STATUS3
Das Kompendium

Alles. Kapitel für Kapitel.

Das ganze Haus in zwölf Teilen — jede Seite leitliniengeprüft, mit Quelle und Stand. Dazu die interaktiven Werkzeuge und das Medikamenten-Ampullarium.

77 Kapitel 41 Datensätze 12 Werkzeuge ERC 2025 · ESC · S3/AWMFStand August 2026
II.1BLS — Basic Life Support & AEDFrüh erkennen, früh drücken, früh defibrillieren. Bewusstlos + keine normale Atmung = Kreislaufstillstand → sofort Thoraxkompressionen und AED. …II.2ALS — Advanced Life SupportUnunterbrochene, hochwertige CPR + frühe Defibrillation retten Leben — Medikamente sind zweitrangig. Der Rhythmus entscheidet.II.3ALS — schockbarer RhythmusBeim schockbaren Rhythmus ist der Strom die Behandlung, nicht das Medikament. Die ersten drei Schocks haben die höchste Wahrscheinlichkeit auf …II.4Post-Resuscitation Care (ROSC, TTM)ROSC ist der Anfang, nicht das Ende. Normoxie, Normokapnie, Perfusion und Temperaturkontrolle sichern — und die Ursache (v. a. Koronarthrombose) …II.5ALS — nicht schockbarer RhythmusHier gibt es nichts zu defibrillieren. Damit fällt die wirksamste Therapie weg — und zwei Dinge rücken an ihre Stelle: Adrenalin sofort, sobald …II.6Reanimation — Special CircumstancesDie reversible Ursache entscheidet. Der Standard-Algorithmus wird gezielt modifiziert — Hypothermie, Ertrinken, Schwangerschaft, Trauma, …II.7Paediatric Life SupportKinder arrestieren meist hypoxisch — 5 initiale Beatmungen zuerst. Danach 15:2 und konsequent gewichtsadaptierte Dosen.II.8Newborn Life SupportDas Neugeborene braucht fast immer Belüftung, nicht Kompression. Wärme, 5 Blähbeatmungen — dann steuert die Herzfrequenz alles Weitere.II.9Reanimations-Cockpit — ALS-Struktur trainierenDie ALS-Struktur zum Trainieren: 2-Minuten-Zyklen, Schock-Zähler, Medikamenten-Timing und die 4H/4T. Rhythmus wählen, starten, Ablauf durchspielen …
III.1Aktionspotenzial — warum Antiarrhythmika wirkenWarum senkt ein Betablocker die Frequenz, ohne den QRS zu verbreitern? Weil er auf die Schrittmacherzelle wirkt, nicht auf den Arbeitsmuskel. Zwei …III.2EKG-Lineal — messen statt schätzenZwei Marken setzen, Abstand ablesen. Frequenz, PR, QRS, QT und das frequenzkorrigierte QT nach Bazett und Fridericia — jede Zahl mit ihrem …III.3Vorhofflimmern — Ursprung, Erkennen, TherapieBei neun von zehn Betroffenen mit anfallsartiger Form beginnt es nicht im Vorhof, sondern in den Mündungen der Lungenvenen. Absolut arrhythmisch …III.4ACS / STEMI / NSTEMIZeit ist Myokard. 12-Kanal-EKG in ≤ 10 min. STEMI → sofortige Reperfusion. Der EKG-Befund entscheidet die Strategie.III.5EKG-Atlas — die Kurve und ihre UrsacheLinks das Reizleitungssystem, rechts die Kurve — beide laufen synchron. Man sieht nicht nur das Muster, sondern die Stelle im Herzen, die es erzeugt.III.6Peri-Arrest-Arrhythmien — Brady / Tachy / TorsadeZuerst der Patient, dann der Rhythmus. Instabil? → sofort handeln (Pacing bzw. synchronisierte Kardioversion). Stabil? → Zeit für Diagnostik.III.7Kalium am EKG — Regler und WirkungEin Regler, eine Kurve: gezeltete T-Welle, verlorene P-Welle, breiter QRS, Sinuswelle. Und der Satz, auf den es ankommt — die Veränderungen …III.8Akute Herzinsuffizienz · LungenödemVorlast senken, oxygenieren, Auslöser behandeln. Beim kardialen Lungenödem sind O₂/NIV und Nitrate (bei ausreichendem Druck) die schnellen Hebel — …III.9STEMI-Karte — welches Gefäß, welche AbleitungGefäß anklicken und sehen, welche Wand es versorgt — oder die Ableitungen mit Hebung wählen und das wahrscheinliche Gefäß bekommen. Mit dem …III.10EKG-Trainer — erkennen übenEine Kurve, vier Möglichkeiten. Was du falsch hattest, kommt bald wieder — was du sicher kannst, immer seltener. Der Lernstand bleibt auf deinem …III.11Schock — KlassifikationSchock ist ein Sauerstoffdefizit im Gewebe, nicht nur ein niedriger Blutdruck. Vier Grundtypen — die Ursache bestimmt, ob Volumen hilft oder schadet.III.12Aortale Notfälle — Dissektion & RupturWandernder Vernichtungsschmerz + Blutdruckdifferenz = Dissektion bis zum Beweis. dP/dt senken: erst Herzfrequenz und Blutdruck runter, dann …III.13Breit und schnell — VT oder SVT?Ventrikuläre Tachykardie oder supraventrikuläre mit Aberranz? Schritt für Schritt durch Brugada und Vereckei — mit dem Satz, der vor allen …III.14Langsam — welcher Block, und was folgt daraus?Die erste Frage ist nicht, welcher Block vorliegt, sondern ob der Kreislauf trägt — und ob es eine behandelbare Ursache gibt. Erst dann die …III.15Schnell und schmal — was treibt das Herz an?Die häufigste Schmalkomplex-Tachykardie ist die Sinustachykardie — und die einzige, bei der die Behandlung des Rhythmus ein Fehler wäre. Mit der …III.16LungenembolieDer instabile Patient mit Rechtsherzbelastung braucht Reperfusion, nicht noch mehr Diagnostik. Die Kreislaufstabilität teilt die LAE in „sofort …III.17Hypertensiver NotfallNicht die Zahl behandeln, sondern den Endorganschaden. Notfall (mit Organschaden) → kontrolliert i.v. senken; „Urgency" ohne Akutschaden → nicht …III.18SynkopeDie meisten Synkopen sind harmlos-reflektorisch — die gefährlichen sind kardial. Red Flags und ein 12-Kanal-EKG trennen sicher von riskant.III.19AVNRT — der Kreisel im AV-KnotenEin junger, herzgesunder Mensch, Puls 180, Beginn wie ein Schalter: Das ist die AVNRT, bis das EKG etwas anderes sagt. Der Kreisel läuft IM …
IV.1Asthma- & COPD-ExazerbationGleiche Erstlinie — gegensätzliches O₂-Ziel. Bronchodilatation + Steroid bei beiden; Asthma SpO₂ 93–95 %, COPD kontrolliert 88–92 %. Bei COPD …IV.2Atemwegsmanagement & BeatmungOxygenierung vor Intubation. Der einfachste sichere Atemweg gewinnt — eskaliere strukturiert, plane das Scheitern (Plan B/C) und beatme …IV.3Kapnographie — die Kurve lesenDie Kapnographie misst nicht die Beatmung. Sie misst, was von der Beatmung beim Patienten ankommt — und dafür braucht es drei Dinge gleichzeitig: …IV.4Spannungspneumothorax — nicht warten, entlastenLuft gelangt bei jeder Einatmung in den Pleuraspalt und kommt nicht mehr heraus. Der Druck steigt, die Lunge kollabiert, das Mediastinum wird zur …IV.5Pneumothorax — einfach und offenDer Pleuraspalt hält die Lunge an der Brustwand, weil in ihm ein Unterdruck herrscht. Kommt Luft hinein, fällt dieser Unterdruck weg und die Lunge …IV.6NIV und CPAP — die richtige Frage vor der MaskeVor jeder Maske steht eine einzige Frage: Versagt der Gasaustausch oder versagt die Atempumpe? Beim kardialen Lungenödem ist die Lunge voll …IV.7Inhalationstrauma — was das Pulsoxymeter verschweigtWer Rauch eingeatmet hat, hat in der Regel nicht ein Problem, sondern drei: eine Schwellung, die den Atemweg zudrückt, ein Gas, das den …IV.8ARDS — die kleine LungeBeim ARDS wird die Schranke zwischen Kapillare und Alveole undicht. Flüssigkeit tritt ins Lungengewebe über — nicht, weil das Herz sie …
VI.1Schlaganfall — ischämischer InsultTime is brain. Erkennen (FAST), Onset-Zeit und Glukose sichern, direkt ins richtige Zentrum. Lyse ≤ 4,5 h · Thrombektomie bei LVO bis 24 h …VI.2Status epilepticusNach 5 Minuten wird behandelt — mit ausreichend Benzodiazepin. Die häufigste Fehlerquelle ist die Unterdosierung. Feste Zeitstaffel: Benzo → …VI.3Hypo- & HyperglykämieJede Bewusstseinsstörung bekommt einen Blutzucker. Hypoglykämie ist sofort reversibel und tödlich, wenn übersehen — die hyperglykämische Krise …VI.4Bewusstseinsstörung unklarer GeneseErst stabilisieren (ABCDE), dann systematisch die Ursachen abklopfen. Der Merker „AEIOU-TIPS" verhindert, dass eine reversible Ursache übersehen wird.VI.5Akuter Kopfschmerz — SAB & MeningitisDer schlagartige „Vernichtungskopfschmerz" ist eine Blutung, bis das Gegenteil bewiesen ist — und Kopfschmerz + Fieber + Nackensteife eine …VI.6Elektrolytnotfälle — HyperkaliämieHyperkaliämie ist ein EKG-Notfall. Kalzium stabilisiert das Herz sofort, Insulin/Glukose verschiebt das Kalium — und die Ursache muss weg.VI.7Endokrine & metabolische KrisenSeltener, aber tödlich — und oft dramatisch behandelbar. Nebennierenkrise, thyreotoxische Krise, Myxödemkoma und schwere Hyponatriämie brauchen …VI.8SAB — der DonnerschlagEin Gefäß an der Hirnbasis reißt und Blut strömt in den Liquorraum. Der Schmerz entsteht in Sekunden und erreicht sofort sein Maximum — nicht in …VI.9Meningitis — die Uhr läuftBei der bakteriellen Meningitis entscheidet die Zeit bis zur ersten wirksamen Antibiotikagabe über den Ausgang. Alles, was diese Gabe verzögert — …VI.10ICB — Blutung statt InfarktHalbseitenlähmung, Sprachstörung, Fazialisparese — das Bild ist dasselbe wie beim ischämischen Schlaganfall, und genau darin liegt die Gefahr. Der …VI.11Delir — das Gehirn meldet ein ProblemDas Delir ist keine Diagnose, sondern ein Alarm. Es sagt: Irgendetwas im Körper stimmt nicht — und das Gehirn ist das Organ, das es zuerst …
VII.1AnaphylaxieAdrenalin i.m. ist die einzige lebensrettende Erstmaßnahme — sofort. Antihistaminika und Kortison retten kein Leben und dürfen die Adrenalingabe …VII.2Sepsis & septischer SchockFrüh erkennen, früh behandeln. Sepsis ist ein zeitkritischer Notfall — Kulturen, Breitbandantibiotikum, Volumen und Vasopressor auf MAP ≥ 65 …VII.3Intoxikationen & AntidoteDer Patient wird behandelt, nicht das Gift. Supportive Therapie nach ABCDE steht im Zentrum — spezifische Antidote sind die Ausnahme, nicht die Regel.VII.4Analgesie & SedierungSchmerz messen, titrieren, überwachen. Wirkung gegen Nebenwirkung abwägen — Monitoring, Antagonisten und Atemwegsbereitschaft gehören immer dazu.VII.5Pädiatrische Notfälle (Nicht-Reanimation)Erst der Blick, dann die Zahl. Das Pädiatrische Assessment-Dreieck erkennt das kranke Kind in Sekunden; Dosierungen sind konsequent gewichtsadaptiert.VII.6Geburtshilfliche NotfälleZwei Patienten, klare Handgriffe. Die meisten Geburten laufen normal — für die wenigen Notfälle (Schulterdystokie, Nabelschnurvorfall, Blutung, …VII.7Gastrointestinale BlutungKreislauf zuerst, Quelle später. Restriktiv transfundieren (Hb-Ziel 7), an Ösophagusvarizen denken — die brauchen eine andere Therapie.VII.8Psychiatrischer Notfall & ErregungszustandErst organische Ursachen ausschließen, dann deeskalieren. „Nicht alles ist psychiatrisch" — und exzitiertes Delir ist ein medizinischer Notfall.VII.9Kindernotfall — gewichtsadaptierte DosierungTrag Alter, Länge oder Gewicht ein und bekomme alle gewichtsabhängigen Werte auf einmal — jede Zahl mit sichtbarem Rechenweg. Rechenhilfe, keine …
Wichtiger Hinweis: STATUS3 dient der Aus- und Fortbildung und ist keine verbindliche Handlungsanweisung. Maßgeblich sind die aktuelle Leitlinie, die ärztliche Anordnung und die gültige lokale SOP. Dosierungen und Algorithmen sind vor jeder Anwendung zu prüfen. Die Nutzung erfolgt in eigener fachlicher Verantwortung.