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◆ Teil IX · Medikamente / Devices KAP. IX.1

Monitor-Defibrillator (corpuls³) — Gerätekunde

Kernbotschaft: Das Gerät kann nur so gut sein wie die Vorbereitung. Modi, Grenzen und Fehlerquellen kennen — dann liefert der Monitor-Defibrillator im entscheidenden Moment.
Gerätekunde · Anwenderebene⚠ Praxis Mir maßgeblichStand: Juli 2026

◎ Lernziele

  • die Betriebsarten (Monitoring, manuelle/halbautomatische Defibrillation, Kardioversion, Pacing) unterscheiden.
  • Sync-Modus und Pacing sicher und leitliniengerecht bedienen.
  • typische Fehlerquellen und Artefakte erkennen und beheben.

Hinweis

  • Dieses Kapitel bleibt auf allgemeiner Anwenderebene. Geräte-/versionsspezifische Details (Menüführung, Defaults) sind nach Herstellerhandbuch und Mirs Praxisexpertise zu ergänzen/zu korrigieren.
1 Betriebsarten

Monitoring & Diagnostik

  • EKG (3-/4-/12-Kanal), SpO₂, etCO₂ (Kapnografie), NIBP, ggf. IBP/Temp
  • 12-Kanal vor Intervention aufzeichnen (Doku/DD)
  • Alarmgrenzen sinnvoll einstellen

Therapie

  • Defibrillation manuell / halbautomatisch (AED-Modus)
  • Synchronisierte Kardioversion (Sync AN)
  • Transkutanes Pacing (fix/demand)
2 Sync-Kardioversion & Pacing — sicher bedienen

Kardioversion

  • Sync AN — Gerät triggert auf R-Zacke (Marker sichtbar prüfen)
  • Vor jeder erneuten Kardioversion Sync ggf. neu aktivieren (manche Geräte fallen nach Schock in Default zurück)
  • Analgosedierung, Energiestufen nach Rhythmus (s. Arrhythmien-Kapitel)

Transkutanes Pacing

  • Frequenz ~70–80/min, Stromstärke steigern bis Capture
  • Capture verifizieren: mechanisch (Puls/POCUS), nicht nur am Monitor (Muskelzucken täuscht)
  • Analgosedierung obligat (schmerzhaft), Übergang zu transvenösem Pacing
3 Fehlerquellen & Artefakte

Häufige Stolpersteine

  • Schlechte Elektroden-/Pad-Haftung (Schweiß, Behaarung, Bewegung) → Artefakte, ineffektiver Schock
  • Sync nicht aktiv/kein R-Trigger → unsynchronisierter Schock in vulnerabler Phase (VF-Gefahr)
  • Capture nur „am Monitor" angenommen (Muskelzucken ≠ mechanischer Auswurf)
  • Akku/Energieversorgung, Konnektoren, Kapno-Küvette/Wasser prüfen

✎ Recall

Worauf vor jeder erneuten Kardioversion achten?
Sync erneut aktivieren (manche Geräte fallen nach Schock in den Default) und R-Zacken-Marker prüfen.
Wie Capture beim Pacing verifizieren?
Mechanisch (Puls/Doppler/POCUS) — nicht nur am Monitor; Muskelzucken täuscht elektrische „Capture" vor.

TAKE-HOME

  • Modi sicher beherrschen: Monitoring · Defi · Sync-Kardioversion · Pacing.
  • Sync neu aktivieren, Capture mechanisch bestätigen.
  • Pads/Elektroden, Akku, Kapnografie vor dem Einsatz prüfen — Geräte-Details nach Handbuch/Mir.
Quellen & Stand: Anwenderbezogene Gerätekunde (Monitor-Defibrillator); ERC 2021/2025 (Defibrillation/Pacing). Geräte-/versionsspezifische Angaben: Herstellerhandbuch corpuls³ & Praxisexpertise Mir maßgeblich.
Wichtiger Hinweis: STATUS3 dient der Aus- und Fortbildung und ist keine verbindliche Handlungsanweisung. Maßgeblich sind die aktuelle Leitlinie, die ärztliche Anordnung und die gültige lokale SOP. Dosierungen und Algorithmen sind vor jeder Anwendung zu prüfen. Die Nutzung erfolgt in eigener fachlicher Verantwortung. Stand dieses Kapitels: Juli 2026.