Ventrikuläre Tachykardie oder supraventrikuläre mit Aberranz?
Schritt für Schritt durch die veröffentlichten Kriterien — hinter zwei Weichen,
die vor allen Kriterien stehen: Stabilität und Regelmäßigkeit.
Zuerst und immer: Wie stabil ist der Patient?
Bei Instabilität wird nicht differenziert. Dann ist die synchronisierte
Kardioversion die Behandlung, unabhängig davon, welcher Mechanismus dahintersteckt.
Kein Algorithmus, keine Morphologiekriterien, keine Diskussion.
Zweite Weiche: regelmäßig oder unregelmäßig?
Brugada und Vereckei sind für regelmäßige, monomorphe Breitkomplex-
Tachykardien entwickelt worden. Auf eine unregelmäßige angewandt liefern sie
eine Antwort, die es für diese Situation nicht gibt — das ist gefährlicher
als gar keine Antwort. Deshalb schaltet diese Frage die Kriterien ab.
Kriterien nach
Umstände, die unabhängig von den Kriterien zählen
Sie ersetzen den Algorithmus nicht — sie ergänzen ihn.
Der stärkste einzelne Hinweis auf eine VT ist eine bekannte strukturelle
Herzerkrankung.
Entscheidungshilfe, keine Diagnose. Diese Seite führt durch veröffentlichte
Kriterien und begründet jede Stufe. Sie beurteilt kein EKG und trifft keine
Therapieentscheidung. Erforderlich bleiben ein 12-Kanal-EKG, der Vergleich mit
einem Vorbefund und die ärztliche Beurteilung. Zum Messen der Intervalle gibt es
das EKG-Lineal, zum Krankheitsbild das Kapitel
Peri-Arrest-Arrhythmien.
Wichtiger Hinweis: STATUS3 dient der Aus- und Fortbildung und ist keine verbindliche Handlungsanweisung. Maßgeblich sind die aktuelle Leitlinie, die ärztliche Anordnung und die gültige lokale SOP. Dosierungen und Algorithmen sind vor jeder Anwendung zu prüfen. Die Nutzung erfolgt in eigener fachlicher Verantwortung.
Stand dieses Kapitels: Juli 2026.