STATUS3
E5 · Entscheider

Langsam

Bei der Bradykardie ist die erste Frage nicht, welcher Block vorliegt. Sie lautet: Trägt der Kreislauf? Und die zweite: Gibt es eine Ursache, die man behandeln kann? Erst die dritte Frage betrifft die Leitung. Diese Reihenfolge ist fest verdrahtet — man kommt hier nicht an ihr vorbei.

Zuerst

Zeichen der Instabilität: Schock · Synkope · Myokardischämie · Herzinsuffizienz. Eines genügt.
Anders als bei der Tachykardie schaltet die Instabilität hier die Einordnung nicht ab — sie stellt ihr nur die Behandlung voran. Man klassifiziert, während behandelt wird, nicht davor.

Dann: Was könnte es erklären?

Nicht jede Bradykardie ist ein Leitungsproblem. Wer diesen Schritt überspringt, behandelt eine Hyperkaliämie mit einem Schrittmacher. Mehrfachauswahl.

Die drei Beobachtungen

Beobachtung 1
Wie verhalten sich die P-Wellen?
Vor jedem Komplex eine? Gar keine? Oder mehr P-Wellen als Kammerkomplexe? Das ist die Frage, die den kompletten Block verrät.
Beobachtung 2
Wie verhält sich das PR-Intervall von Schlag zu Schlag?
Das ist die entscheidende Beobachtung der ganzen Seite. Sie allein trennt den harmlosen Wenckebach vom gefährlichen Mobitz II.
Beobachtung 3
Fällt ein Kammerkomplex aus?
Eine P-Welle ohne folgenden QRS. Ohne Ausfall gibt es keinen Block zweiten Grades.
Die eine Unterscheidung, auf die es ankommt
Wenckebach (Mobitz I)Mobitz II
PR vor dem Ausfall wird von Schlag zu Schlag länger bleibt gleich — und trotzdem fällt einer aus
Ort der Störung AV-Knoten unterhalb davon (His-Purkinje)
QRS meist schmal häufig breit
Kündigt sich an? ja — die Ermüdung ist sichtbar nein
Neigung zum kompletten Block gering hoch
Schrittmacherbereitschaft aus der Form heraus nicht nötig ja — auch beim stabilen Patienten
Warum hier keine Dosierungen stehen. Diese Hilfe ordnet ein, sie verordnet nicht. Substanz, Dosis und Reihenfolge der medikamentösen Behandlung sind ärztliche Entscheidung und regional unterschiedlich geregelt — sie stehen auf den geprüften Wirkstoffseiten und in eurer SOP, nicht in einem Entscheider. Ein Rechenwerkzeug, das Dosierungen vorschlägt, wäre keine Lernhilfe mehr. Lern- und Lehrhilfe, kein Ersatz für ärztliche Anordnung und lokale SOP.
Wichtiger Hinweis: STATUS3 dient der Aus- und Fortbildung und ist keine verbindliche Handlungsanweisung. Maßgeblich sind die aktuelle Leitlinie, die ärztliche Anordnung und die gültige lokale SOP. Dosierungen und Algorithmen sind vor jeder Anwendung zu prüfen. Die Nutzung erfolgt in eigener fachlicher Verantwortung. Stand dieses Kapitels: Juli 2026.