STATUS3 Kapitel · Inhalationstrauma
Rauchgas, Kohlenmonoxid, Cyanid · Teil IV Respiratorisch

Inhalationstrauma

Drei Schäden gleichzeitig — und keiner davon ist am Pulsoxymeter zu sehen

Wer Rauch eingeatmet hat, hat in der Regel nicht ein Problem, sondern drei: eine Schwellung, die den Atemweg zudrückt, ein Gas, das den Sauerstofftransport blockiert, und ein zweites Gas, das die Zelle daran hindert, den Sauerstoff überhaupt zu verwerten. Die Schwellung entwickelt sich über Stunden, die beiden Gase wirken sofort. Und das Tückischste daran: Weder Kohlenmonoxid noch Cyanid erzeugen eine Zyanose, und das Pulsoxymeter zeigt beide nicht an. Ein rosiger Patient mit normaler Sättigung kann tödlich vergiftet sein.

SpO₂ normal
schließt eine CO-Vergiftung nicht aus
keine Zyanose
weder bei CO noch bei Cyanid
früh
Atemweg sichern, bevor er zuschwillt
100 %
Sauerstoff, unabhängig vom Messwert
Mischintoxikation
ist bei Brandrauch der Regelfall
Wie gut kennst du Inhalationstrauma?

Die Stufe beschreibt nicht den Text, sondern dich. Wähle, wo du stehst — und verdien dir die nächste, indem du die Fragen aus dem Kopf beantwortest. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert, es wird nichts übertragen.

Stufe Silber

Die Karte

Beim Brandrauch geht es nicht um eine Diagnose, sondern um drei gleichzeitig ablaufende Schäden mit ganz unterschiedlichem Zeitverlauf. Wer nur an die Verbrennung denkt, übersieht die beiden, die schneller töten.

Ein normaler Wert am Pulsoxymeter schließt weder eine Kohlenmonoxid- noch eine Cyanidvergiftung aus. Beide erzeugen keine Zyanose. Das Gerät zeigt hier eine Sicherheit an, die es nicht gibt.

Die drei Schäden und ihr Zeitverlauf

SchadenWas passiertZeitverlaufWas hilft
AtemwegsschwellungHitze und Reizgase schwellen Rachen und Kehlkopf zuüber Minuten bis Stunden, zunehmendfrüher Atemweg, bevor er nicht mehr geht
Kohlenmonoxidbesetzt das Hämoglobin — der Sauerstoff wird nicht transportiertsofortSauerstoff mit hohem Fluss
Cyanidblockiert die Atmungskette — die Zelle kann den Sauerstoff nicht nutzensofortSauerstoff plus Antidot
Zusätzlich: Reizgasechemische Schädigung tief in der Lungeverzögert, Stunden bis TageÜberwachung, klinische Weiterbehandlung
Warum das Pulsoxymeter hier lügt

Ein einfaches Pulsoxymeter misst nicht, womit das Hämoglobin beladen ist. Es unterscheidet nicht zwischen sauerstoffbeladenem und CO-beladenem Hämoglobin und zeigt beides als gesättigt an.

Ein Patient mit erheblicher CO-Belastung kann daher eine Sättigung von 98 % anzeigen — und trotzdem im Gewebe schwer unterversorgt sein.

Weder Kohlenmonoxid noch Cyanid führen zur Zyanose. Das gewohnte Warnzeichen fehlt. Der Patient sieht nicht so aus, wie er ist.

Nur ein CO-Oxymeter (Mehrwellenlängen-Messung) oder die Blutgasanalyse mit CO-Hb-Bestimmung geben Auskunft. Die Leitlinie empfiehlt die präklinische Blutentnahme zur CO-Hb-Bestimmung, wo sie möglich ist.

Die Warnzeichen für den Atemweg

Die Schwellung wartet nicht auf die Klinik

Die Atemwegsschwellung nimmt zu, und zwar über Stunden. Was auf der Anfahrt noch als „etwas heiser" imponiert, kann bei der Übergabe eine Intubation unmöglich machen.

Der frühe Atemweg ist hier die Regel, nicht die Ausnahme. Eine Intubation, die man früh problemlos schafft, kann eine Stunde später ein chirurgischer Atemweg sein.

Volumengabe bei begleitender Verbrennung verstärkt die Schwellung zusätzlich.

Was du tust

Eigenschutz zuerst — der Rauch, der den Patienten vergiftet hat, ist für dich derselbe.

Sauerstoff mit hohem Fluss, unabhängig vom angezeigten Sättigungswert. Bei CO verkürzt Sauerstoff die Halbwertszeit erheblich.

Atemweg beurteilen und immer wieder neu beurteilen — Stimme, Schluckakt, Stridor.

Bei Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, Kreislaufinstabilität oder schwerer Azidose nach Rauchgasexposition: an Cyanid denken und ärztlich die Antidotgabe erwägen.

Monitoring mit Kapnographie, EKG (Myokardischämie ist eine typische CO-Folge), Temperatur, Blutzucker.

Begleitverletzungen suchen: Sturz, Explosion, Verbrennungsfläche.

Transportziel früh klären — Verbrennungszentrum, Möglichkeit der hyperbaren Sauerstofftherapie, CO-Hb-Bestimmung.

Selbsttest Silber

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Erst denken, dann aufdecken. Nur was du aus dem Kopf beantwortest, zählt.

1 Ein Patient wurde aus einer verrauchten Wohnung gerettet. Er ist wach, klagt über Kopfschmerz, die Sättigung liegt bei 98 %. Ist er unauffällig?Aufdecken
Nein. Die Sättigung sagt hier nichts aus: Ein einfaches Pulsoxymeter unterscheidet nicht zwischen sauerstoff- und CO-beladenem Hämoglobin und zeigt beides als gesättigt an. Kopfschmerz nach Rauchexposition ist ein typisches Frühsymptom der CO-Vergiftung. Der Patient bekommt Sauerstoff mit hohem Fluss, wird überwacht und in die Klinik gebracht — die Diagnose stellt die CO-Hb-Bestimmung, nicht das Pulsoxymeter.
2 Warum ist Heiserkeit nach Rauchgasexposition ein Alarmzeichen und nicht nur ein Reizsymptom?Aufdecken
Weil sie zeigt, dass der Kehlkopf bereits betroffen ist — und die Schwellung dort nimmt über Stunden zu. Heiserkeit ist ein frühes Zeichen einer Entwicklung, die in einer Verlegung des Atemwegs endet. Wer bei Heiserkeit abwartet, steht möglicherweise später vor einem Atemweg, der nicht mehr intubierbar ist. Deshalb gilt Heiserkeit nach Inhalationstrauma als Argument für den frühen Atemweg.
3 Was unterscheidet die Wirkung von Kohlenmonoxid von der von Cyanid?Aufdecken
Kohlenmonoxid blockiert den Transport: Es besetzt das Hämoglobin, der Sauerstoff kommt gar nicht erst im Gewebe an. Cyanid blockiert die Verwertung: Der Sauerstoff kommt an, aber die Zelle kann ihn nicht nutzen, weil die Atmungskette gehemmt ist. Deshalb ist Cyanid trotz normaler Oxygenierung tödlich — und deshalb reicht bei Cyanid Sauerstoff allein nicht aus. Bei Brandrauch liegt in der Regel beides zugleich vor.
4 Warum ist der Eigenschutz beim Inhalationstrauma mehr als eine Formalie?Aufdecken
Weil der Schadstoff noch da ist. Brandrauch enthält CO und Cyanid in Konzentrationen, die den Patienten bewusstlos gemacht haben — und beide Gase sind farblos und geben keine Warnung. Wer ohne Atemschutz in den Rauchbereich geht, wird zum zweiten Patienten. Die Rettung aus dem Gefahrenbereich ist Aufgabe der Feuerwehr mit umluftunabhängigem Atemschutz; die Behandlung beginnt außerhalb.
Silber erreicht

Du kennst die drei gleichzeitigen Schäden mit ihren Zeitverläufen, misstraust der Sättigung bei Rauchgasexposition und stellst die Frage nach dem frühen Atemweg, bevor der Stridor da ist.

Stufe Gold

Die Täuschung

Fast jeder Messfehler beim Inhalationstrauma hat denselben Grund: Die Geräte messen etwas anderes, als man glaubt. Wer weiß, was sie messen, weiß auch, wann er ihnen nicht glauben darf.

Warum das Pulsoxymeter CO nicht sieht

Warum kein Patient „rosig und gesund" ist

Die klassische Lehrbuchbeschreibung der kirschroten Hautfarbe bei CO-Vergiftung ist unzuverlässig und tritt meist erst bei sehr hohen Werten oder postmortal auf.

Verlässlicher ist die Umkehrung: Das Fehlen einer Zyanose schließt nichts aus. Weder CO noch Cyanid erzeugen eine — der Patient sieht deshalb nicht krank aus, obwohl er es ist.

Sauerstoff als Therapie, nicht als Geste

Kohlenmonoxid bindet ungleich fester an Hämoglobin als Sauerstoff. Ob es wieder abgelöst wird, hängt vom Sauerstoffpartialdruck ab — und genau deshalb ist die Sauerstoffgabe hier eine echte Therapie: Je höher der Partialdruck, desto kürzer die Halbwertszeit des Carboxyhämoglobins. Unter Raumluft dauert die Elimination viele Stunden, unter hoch dosiertem Sauerstoff sinkt sie deutlich, unter hyperbarem Sauerstoff nochmals.

Woran man Cyanid erkennt, ohne es messen zu können

Cyanid lässt sich präklinisch nicht bestimmen. Die Verdachtsdiagnose stützt sich auf Konstellation und Verlauf — und die Leitlinienaussage dazu ist bemerkenswert klar: Nach Rauchgasinhalation ist eine Cyanidvergiftung sehr wahrscheinlich, wenn sich der Zustand trotz ausreichender Sauerstoffgabe nicht bessert, eine ausgeprägte Azidose besteht oder das Laktat stark erhöht ist.

Warum die Wahl des Antidots bei Rauchgas eine Rolle spielt

Hydroxocobalamin bindet Cyanid direkt und wird zu Vitamin B12 umgewandelt. Es beeinträchtigt den Sauerstofftransport nicht. Nebenwirkung ist im Wesentlichen eine Rotfärbung von Haut und Urin, die Laborwerte verfälschen kann. Deshalb ist es bei Brandrauch das Antidot der ersten Wahl.

Methämoglobinbildner (4-DMAP) wirken anders: Sie erzeugen absichtlich Methämoglobin, das Cyanid bindet. Methämoglobin transportiert aber keinen Sauerstoff.

Das ist bei gleichzeitiger CO-Vergiftung das Problem: Ein Teil des Hämoglobins ist bereits durch CO blockiert. Wer zusätzlich Methämoglobin erzeugt, nimmt dem Patienten den Rest der Transportkapazität. Ist der CO-Hb-Wert präklinisch nicht bestimmbar, wird ein Methämoglobinbildner deshalb allenfalls reduziert dosiert eingesetzt.

Bewusst ohne Zahlenwert: Konkrete Dosierungen sind auf dieser Seite nicht genannt und als Pflichteintrag vermerkt — sie sind präparate- und regionsabhängig.

Selbsttest Gold

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Erst denken, dann aufdecken. Nur was du aus dem Kopf beantwortest, zählt.

1 Warum zeigt ein Standard-Pulsoxymeter bei CO-Vergiftung einen zu hohen Wert?Aufdecken
Weil es mit zwei Wellenlängen arbeitet und damit nur zwischen oxygeniertem und desoxygeniertem Hämoglobin unterscheiden kann. Carboxyhämoglobin absorbiert Licht ähnlich wie oxygeniertes Hämoglobin und wird deshalb dem gesättigten Anteil zugeschlagen. Das Gerät misst korrekt — es misst nur nicht das, was man wissen will. Nur ein Mehrwellenlängen-CO-Oxymeter oder die Blutgasanalyse trennen die Anteile.
2 Warum ist ein stark erhöhtes Laktat nach Rauchgasexposition ein Cyanidhinweis?Aufdecken
Cyanid hemmt die Atmungskette. Die Zelle bekommt Sauerstoff, kann ihn aber nicht zur Energiegewinnung nutzen und schaltet auf den anaeroben Weg um — es entsteht Laktat. Das Ergebnis ist die charakteristische Kombination: schwere Laktatazidose bei gut aussehender Oxygenierung. Die Leitlinie nennt genau diese Konstellation — ausbleibende Besserung trotz ausreichender Sauerstoffgabe, ausgeprägte Azidose, hohes Laktat — als starken Hinweis auf eine Cyanidvergiftung.
3 Warum ist ein Methämoglobinbildner bei Brandrauch problematisch, Hydroxocobalamin aber nicht?Aufdecken
Weil beim Brandrauch fast immer auch CO im Spiel ist. Methämoglobinbildner binden Cyanid, indem sie Methämoglobin erzeugen — das transportiert jedoch keinen Sauerstoff. Ein Teil des Hämoglobins ist durch CO schon blockiert; wer zusätzlich Methämoglobin erzeugt, reduziert die verbleibende Transportkapazität weiter. Hydroxocobalamin bindet Cyanid direkt, ohne den Sauerstofftransport anzutasten. Deshalb ist es bei Rauchgas das Antidot der ersten Wahl. Lässt sich CO-Hb präklinisch nicht bestimmen, wird ein Methämoglobinbildner allenfalls reduziert dosiert eingesetzt.
4 Der Patient sagt nach zwanzig Minuten Sauerstoff, es gehe ihm wieder gut. Kannst du die Sauerstoffgabe beenden?Aufdecken
Nein. Die Besserung der Symptome bedeutet nicht, dass das Carboxyhämoglobin verschwunden ist. Die Elimination hängt vom Sauerstoffpartialdruck ab und dauert auch unter hoher Zufuhr deutlich länger als zwanzig Minuten. Wird der Sauerstoff abgesetzt, verlängert sich die Halbwertszeit sofort wieder. Zudem drohen nach CO-Vergiftung verzögerte neurologische Störungen. Sauerstoff läuft weiter, der Patient wird abgeklärt — auch wenn er sich gut fühlt.
5 Warum ist der CO-Hb-Wert, der in der Klinik gemessen wird, oft niedriger als der tatsächliche Schweregrad vermuten lässt?Aufdecken
Weil bereits Sauerstoff gegeben wurde. Jede Minute unter hoch dosiertem Sauerstoff senkt das Carboxyhämoglobin. Ein Wert, der Stunden nach der Rettung entnommen wird, bildet nicht die Belastung am Fundort ab. Deshalb ist die frühe Entnahme mit dokumentiertem Zeitpunkt wertvoll — und deshalb ist die Klinik der Wert allein kein Maß für die Schwere: Klinik und Verlauf entscheiden mit.
Gold erreicht

Du kannst erklären, warum das Pulsoxymeter CO als Sättigung verbucht, nutzt Laktat und Azidose als Cyanidhinweis und kennst den Grund, warum die Antidotwahl bei Mischintoxikation nicht beliebig ist.

Stufe Master

Die Zeitachse

Das Inhalationstrauma ist ein Ereignis mit mehreren Uhren, die unterschiedlich schnell laufen. Wer nur auf die schnellste schaut, verpasst die anderen.

Vier Uhren, die gleichzeitig laufen

UhrZeitfensterKonsequenz für die Präklinik
CyanidMinutenEntscheidung fällt am Einsatzort, nicht in der Klinik
Kohlenmonoxidsofort wirksam, Elimination über StundenSauerstoff sofort und durchgehend
AtemwegsschwellungStunden, zunehmendder Atemweg wird nicht besser — nur schwieriger
Reizgasschaden am ParenchymStunden bis TageÜberwachung auch bei zunächst unauffälligem Patienten
Verzögerte neurologische Folgen nach COTage bis WochenAufklärung und Nachsorge sind Teil der Versorgung

Das verzögerte neurologische Syndrom

Nach einer Kohlenmonoxidvergiftung können sich Tage bis Wochen nach scheinbar vollständiger Erholung neurologische und neuropsychiatrische Störungen entwickeln: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Wesensänderung, Bewegungsstörungen, depressive Symptome. Das Phänomen ist der Grund, warum die CO-Vergiftung nicht mit der Normalisierung des Messwerts abgeschlossen ist.

Die Einsatzstelle erzählt mehr als der Patient

Mehrere Betroffene mit ähnlichen Symptomen im selben Raum sind das klassische Muster einer Gasexposition — auch ohne sichtbares Feuer, etwa bei defekter Heizung oder Holzkohlegrill in geschlossenen Räumen.

Auch Tiere im Haushalt können betroffen sein und fallen oft zuerst auf.

Diese Beobachtungen sind Teil der Diagnose und gehören dokumentiert.

Inhalationstrauma und Verbrennung

Die schwerste Fehlentscheidung

Sie lautet nicht „zu früh intubiert", sondern „gewartet, bis es eindeutig war".

Eindeutig wird es beim Inhalationstrauma erst mit Stridor — und dann ist der Kehlkopf bereits so eng, dass die Intubation schwierig bis unmöglich sein kann. Die Entscheidung muss also auf Zeichen fallen, die noch nicht dramatisch sind: Ruß, Heiserkeit, Gesichtsverbrennung, geschlossener Raum.

Wer früh intubiert, hat im schlechtesten Fall einen Patienten beatmet, der es nicht gebraucht hätte. Wer zu spät intubiert, hat unter Umständen keinen Atemweg mehr.

Selbsttest Master

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Erst denken, dann aufdecken. Nur was du aus dem Kopf beantwortest, zählt.

1 Was ist das verzögerte neurologische Syndrom nach CO-Vergiftung, und welche Konsequenz hat es präklinisch?Aufdecken
Tage bis Wochen nach scheinbar vollständiger Erholung können sich Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Wesensänderungen, Bewegungsstörungen und depressive Symptome entwickeln. Ursächlich sind nicht nur die Hypoxie, sondern auch entzündliche und immunologische Prozesse — deshalb bildet der CO-Hb-Wert die Prognose nur unzureichend ab. Präklinisch folgt daraus: Der subjektiv beschwerdefreie Patient wird trotzdem abgeklärt, und die Umstände der Exposition werden übergeben.
2 Warum ist die verbrannte Körperoberfläche allein ein schlechter Maßstab für die Schwere eines Brandverletzten?Aufdecken
Weil das Inhalationstrauma ein eigenständiger Prognosefaktor ist. Ein Patient mit kleiner Verbrennungsfläche, aber relevantem Inhalationstrauma kann schwerer betroffen sein als einer mit größerer Fläche ohne Rauchexposition. Hinzu kommt die Wechselwirkung: Die für die Verbrennung notwendige Volumentherapie verstärkt das Ödem der oberen Atemwege. Fläche und Atemweg müssen deshalb getrennt beurteilt werden.
3 Warum ist Stridor ein schlechter Zeitpunkt für die Intubationsentscheidung?Aufdecken
Weil Stridor bedeutet, dass die Enge bereits erheblich ist. Der Atemweg wird beim Inhalationstrauma über Stunden zunehmend schlechter, nie besser. Wer auf ein eindeutiges Zeichen wartet, wartet auf den Moment, in dem die Intubation schwierig oder unmöglich wird — und in dem ein chirurgischer Atemweg im Raum steht. Die Entscheidung muss deshalb auf frühere, weniger dramatische Zeichen fallen: Ruß im Rachen, Heiserkeit, Gesichtsverbrennung, geschlossener Raum, Bewusstlosigkeit am Fundort.
4 Mehrere Bewohner eines Hauses klagen im Winter über Kopfschmerz, Übelkeit und Schwindel. Kein Feuer, kein Rauch. Woran denkst du?Aufdecken
An eine Kohlenmonoxidquelle — typischerweise eine defekte Heizung, ein verstopfter Kamin oder ein Verbrennungsgerät in einem geschlossenen Raum. Das Muster ist charakteristisch: mehrere Betroffene mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen am selben Ort, Besserung außerhalb des Gebäudes. CO ist farb- und geruchlos, es braucht kein sichtbares Feuer. Konsequenz: Eigenschutz, Räumung, Sauerstoff für alle Betroffenen, Feuerwehr zur Messung — und alle abklären lassen, auch die scheinbar leicht Betroffenen.
5 Welche Angaben aus der Einsatzstelle sind bei der Übergabe unersetzlich?Aufdecken
Die, die niemand sonst hat: Wie lange war der Patient exponiert, war der Raum geschlossen, war er bewusstlos, gab es weitere Betroffene, was hat gebrannt (Kunststoffe sprechen für Cyanid), und wann wurde mit der Sauerstoffgabe begonnen. Der letzte Punkt ist entscheidend für die Bewertung des CO-Hb-Werts in der Klinik — ohne den Zeitpunkt ist der Wert kaum interpretierbar.
Master erreicht

Du denkst das Inhalationstrauma in vier parallelen Zeitachsen, kennst die verzögerte neurologische Schädigung als Grund gegen die Entlassung vor Ort und triffst die Atemwegsentscheidung, bevor sie eindeutig ist.

Wo es vorkommt

Inhalationstrauma im Einsatz

Quellen & Stand: AWMF-Leitlinie 040-012 „Diagnostik und Therapie der Kohlenmonoxidvergiftung", S2k, Stand 2021 — Empfehlung zur präklinischen venösen oder kapillären Blutentnahme für die CO-Hb-Bestimmung; Hinweis, dass weder Kohlenmonoxid noch Cyanid eine Zyanose erzeugen und ein normales Pulsoxymeterergebnis eine asphyktische Gasvergiftung nicht ausschließt; bei Rauchgasinhalation ist grundsätzlich von einer Mischintoxikation auszugehen; Cyanidvergiftung sehr wahrscheinlich bei ausbleibender klinischer Besserung trotz ausreichender Sauerstoffgabe, ausgeprägter Azidose oder stark erhöhtem Laktat; Hydroxocobalamin als Antidot der ersten Wahl wegen guter Verträglichkeit, Umwandlung zu Vitamin B12 und fehlender Beeinträchtigung des Sauerstofftransports, mit Rotfärbung von Haut und Urin als wesentlicher Nebenwirkung; reduzierte Dosierung eines Methämoglobinbildners, wenn der CO-Hb-Wert präklinisch nicht bestimmbar ist. Bewusst ohne Zahlenwerte: Antidotdosierungen, CO-Hb-Grenzwerte und die Indikationskriterien der hyperbaren Sauerstofftherapie sind auf dieser Seite nicht genannt; sie stehen als Pflichteintrag in der Prüfmappe. Stand Juli 2026, nächste Prüfung Juli 2027. AT/DE: Antidotvorhaltung und CO-Oxymetrie sind regional unterschiedlich; die Rettung aus dem Gefahrenbereich erfolgt durch die Feuerwehr mit umluftunabhängigem Atemschutz. Lern- und Lehrhilfe, kein Ersatz für ärztliche Anordnung und lokale SOP.
Wichtiger Hinweis: STATUS3 dient der Aus- und Fortbildung und ist keine verbindliche Handlungsanweisung. Maßgeblich sind die aktuelle Leitlinie, die ärztliche Anordnung und die gültige lokale SOP. Dosierungen und Algorithmen sind vor jeder Anwendung zu prüfen. Die Nutzung erfolgt in eigener fachlicher Verantwortung. Stand dieses Kapitels: Juli 2026.